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Markt Karbach

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Die Geschichte des Marktplatzes


Urkataster

Seit dem Urkataster von 1843 hat sich die Form des Marktplatzes kaum verändert. Dennoch spiegelt der Platz und seine Gebäude die Geschichte des Ortes wieder. Nutzungen haben sich verändert; Besitzer gewechselt; Gebäude wurden abgebrochen und neue errichtet. Geblieben ist die Form der Anlage, deren Nordseite erst durch die beiden Gebäude der jüdischen Gemeinde in Karbach - Mikwe und Synagoge - entstanden ist. Das straßenseitige Gebäude Nr.198 wurde abgebrochen und im Zuge der Neugestaltung des Platzes durch eine Hoftoranlage ersetzt. Das Gebäude Nr. 168 wurde mehrfach umgebaut und war zunächst Bauhof der Gemeinde. Heute ist es das "Haus der Vereine". Nach der Bachverrohrung diente der Marktplatz nur noch als Parkplatz.

Der MarktplatzDurch den Abbruch der Gebäude hinter dem Rathaus war eine autofreie Gestaltung des Marktplatzes möglich. Um den Platz als ebene Fläche nutzen zu können, nimmt die mäandrierende Mauer den Höhenunterschied zwischen Leite und Platzfläche auf, deren Nischen intime Sitzmöglichkeiten schaffen. Durch die Wasserfläche am Südrand, die den ehemaligen Bachverlauf symbolisiert, wandern unterschiedlich hohe Steinquader - an Land bieten sie Sitzmöglichkeiten und Schutz vor Fahr - zeugen - im Wasser werden sie zu Spielgeräten. Auf der höchsten Steinstele hat die Figur des hl. Nepomuk einen würdigen Platz gefunden. Zwei Baumreihen spenden Schatten, fassen den Platz und grenzen ihn von den Verkehrsflächen ab. Auf dem Platz können jetzt wieder Märkte abgehalten werden. Durch seine unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten wird er zum lebendigen Mittelpunkt der Gemeinde.





Hochwasser auf dem Marktplatz 1949


Das Wasser spielte in der Geschichte Karbachs schon immer eine wichtige Rolle. Der Ort legt sich um den Kirchberg in der Talaue des gleichnamigen Baches. Der Klimbach durchfliest den Ort in Nord- Südrichtung. Am Marktplatz trifft er mit dem Wasserlauf der Quelle in der Hauptstraße zusammen. Das Wasser kann aber auch in Karbach seine zerstörerische Kraft entfalten. Die günstige Lage am Bach verkehrt sich dann ins Gegenteil. Die Bilder dokumentieren die Geschichte des Wassers in Karbach. Der neue Marktplatz empfindet mit seinem geschwungenen Becken den Wasserlauf des Brunnenbaches in der Hauptstrasse nach, aus dem er auch gespeist wird. Heute dient die Wasserstelle nicht mehr der Versorgung sondern belebt den Platz.


Hochwasser auf dem Marktplatz 1971





Die jüdischen Ritualbäder, die Mikwen, im Fränkischen als Frauenbäder bezeichnet, die vom Grundwasser gespeist wurden, dienten der Einhaltung der in den fünf Büchern Moses vorgeschriebenen Reinheitsvorschriften und gehörten damit zu den wichtigsten Einrichtungen einer jüdischen Gemeinde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Bade-häuschen üblich, wie das 1826 errichtete Bad in Karbach. Die seit dem 17. Jahrhundert in Karbach beheimateten Juden kauften 1822 den "Stettenberger Adelshof" und richteten dort ihre Synagoge ein, die 1843 vergrößert und 1903 grundlegend umgebaut wurde. Nach der Pogromnacht 1938 nicht mehr nutzbar wurde das Gebäude 1951 von der Marktgemeinde Karbach erworben und zum Rathaus umgebaut.
Das Milchhäuschen in den 60er Jahren





Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Mikwe abgebrochen und über den Fundamenten die örtliche Milchsammelstelle errichtet. Die Verrohrung des Klimbachs schnitt die natürliche Wasserzufuhr der Mikwe ab. Im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes wurde das Milchhäuschen abgetragen und die Fundamente der Mikwe freigelegt. Stufen und Becken wurden ebenso wie die Grundmauern unversehrt vorgefunden. Das Gebäude entstand im Sinne einer kritischen Rekonstruktion nach den vorhandenen Plänen. Holzlamellen umschreiben den Raum und Stahlrahmen die einstigen Fenster. Der Wechsel in der Oberfläche des Bodenbelages deutet die frühere Wand an. Das Wasser kommt wieder aus dem Klimbach. Der Glaskamin ist Beleuchtung, Informationsträger der Dorfgeschichte, der Geschichte der Mikwe und der Synagoge in Karbach.


Freilegen der Tauchbecken und der Fundamente



Virtueller Rundumblick

auf dem Marktplatz

Erinnerung an jüdisches Leben

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Bericht entnommen aus "Heimatpflege in Bayern, Schriftenreihe 2 des Bayer. Landesvereins für Heimatpflege e.V." - Heimat bewegt - vom Spüren und Handeln -

Bildergalerie

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Markt Karbach
Marktplatz 1 | 97842 Karbach | Tel.: 09391 91994-0 | info@karbach.de